Wasserversorgung in Biberach

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Die Firma JoanniKling GmbH, Zusmarshausen, hat im Auftrag der Gemeinde Roggenburg im Zeitraum vom 1. bis 3. August den Brunnen in Biberach regeneriert. Dabei wurden unter anderem die Filterrohre gereinigt und Auflandungen entfernt. Zugleich wurde eine neue Brunnenpumpe installiert. Nachdem die üblichen Laboruntersuchungen die Trinkwasserqualität des Brunnenwassers bestätigt haben ist der Brunnen am 17.08. wieder ans Netz gegangen und hat den Gemeindeteil Biberach mit Frischwasser versorgt – in der Zeit vom 31. Juli bis 17. August hat Biberach sein Trinkwasser aus Roggenburg bezogen. In den folgenden Tagen ist es in einigen wenigen Haushalten zu Auffälligkeiten gekommen – modriger Geruch, bitterer Geschmack. Das Landratsamt Neu-Ulm, Öffentlicher Gesundheitsdienst (ÖGD), hat sich sofort einen Eindruck vor Ort verschafft. Nach Ansicht von Herrn Leitenden Medizinaldirektor Dr. Martin Küfer kommen als Ursache für die Veränderung von Geruch und Geschmack des Trinkwassers mehrere Möglichkeiten in Frage:

 

  • Ablösung des Biofilms aus dem Verteilungsnetz nach Veränderung von Druck und Fließrichtung des Wassers
  • Umstellung von Wasser aus Roggenburg zurück auf Wasser von Biberach mit Feststellung, dass Wasser nun anders schmeckt.
  • Beeinträchtigung durch Sand, der vermehrt vom Brunnen in den Hochbehälter gespült wurde.
  • Beeinträchtigung durch Ausbringen von Gülle in Schutzzone II des Wasserschutzgebietes in nächster Nähe zum Brunnen – dies kann durch Starkregenfälle verstärkt werden.

Auf Veranlassung des ÖGD wurde der Brunnen Biberach am 21.08. vom Netz genommen, Biberach wird seither wieder mit Wasser aus dem Brunnen Roggenburg versorgt. Das Leitungsnetz in Biberach wurde intensiv gespült, der Hochbehälter gereinigt und weitere Proben zur Kontrolle der Wasserwerte genommen. Alle Proben bescheinigen die Unbedenklichkeit des Trinkwassers.

 

Nach der aktuellen Schutzgebietsverordnung ist das Ausbringen von natürlichem organischen Dünger, wie Gülle, Jauche, Festmist, etc. in der Schutzzone II nicht verboten. Die Gemeinde befindet sich mit dem Brunnen Biberach in einem wasserrechtlichen Verfahren, die künftige Schutzgebietsverordnung wird diesbezüglich strengere Auflagen zum Grundwasserschutz enthalten. Bis zum Erlass der neuen Schutzgebietsverordnung ist es erforderlich, dass die Gemeinde das Ausbringen von natürlichem organischen Dünger in Schutzzone II durch vertragliche Vereinbarungen mit den Grundstückseigentümern verhindert. Wenn sich die Grundstückseigentümer freiwillig - gegen eine Ausgleichszahlung – zu einer grundwasserschonenden Landbewirtschaftung verpflichten, kann der Brunnen Biberach wieder die Trinkwasserversorgung des Ortsteiles übernehmen.

 

 

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