Wasserversorgung: Erhebung von Verbesserungsbeiträgen

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 Sanierung der Wasserversorgung – Entscheidung zur Finanzierung

 

Im vergangenen Jahr hat die Gemeinde Roggenburg mit der Erstellung eines Strukturgutachtens zur Neuordnung der Wasserversorgung und dem kaufmännischen und rechtlichen Zusammenschluss der bis dato getrennten Wasserversorgungseinrichtungen Biberach, Roggenburg und Schießen die Voraussetzungen für ein neues, umfassendes Versorgungskonzept erstellt. Derzeit laufen die Planungen für die Errichtung eines neuen, zentralen Trinkwasserhochbehälters unter Aufrechterhaltung aller bestehenden Förderbrunnen sowie für den Bau neuer Versorgungsleitungen von den Brunnenanlagen zum künftigen Hochbehälter und von dort in die Ortsnetze. Nach dem aktuellen Stand der Dinge belaufen sich die zu erwartenden Investitionen auf rund 3,3 Millionen Euro. Der Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung damit beschäftigt, wie dieses Investitionsvolumen finanziert werden soll.

 

Bei einer Finanzierung ausschließlich über die Verbrauchsgebühren würden sich die Kosten über den Abschreibungszeitraum von 30 – 40 Jahren verteilen – den Verbraucher trifft dies über die sogenannte kalkulatorische Abschreibung und Verzinsung. Die Wassergebühr würde in diesem Fall auf den Betrag von voraussichtlich ca. 2,65 €/m³ (netto) steigen – derzeit liegt die Gebühr bei 1,14 €/m³ (netto).

 

Als Alternative kommt die Finanzierung über Ergänzungs-/Verbesserungsbeiträge in Betracht. Die Verbrauchsgebühren würden in diesem Fall nicht wesentlich verändert, da die Investitionskosten über Grundstücks- und Geschossflächen auf alle angeschlossenen Grundstücke verteilt werden.

 

Bei einer 100%igen Beitragsfinanzierung würde sich ein einmaliger Zusatzbeitrag für ein mittleres Grundstück mit 700 m² Grundstücks- und 300 m² Geschossfläche in Höhe von rund 2.026 € errechnen. Grundlage ist hierbei die beitragspflichtige Grundstücks- und Geschossfläche, analog wie sie auch z.B. bei den Abwasserbeiträgen gilt.

 

Neben diesen Alternativen hat sich der Gemeinderat noch mit einer Kombination beider Varianten bei unterschiedlicher prozentualer Gewichtung beschäftigt. Schließlich wurde einstimmig beschlossen, die Investitionskosten je zu 50 % über einen einmaligen Zusatzbeitrag und über einen Anstieg der Verbrauchsgebühren umzulegen. Bei dieser Variante errechnet sich eine voraussichtliche Verbrauchsgebühr in Höhe von 2,05 € /m³ (netto) und ein Verbesserungsbeitrag in Höhe von rund 1.013 € für ein mittleres Grundstück mit 700 m² Grundstücks- und 300 m² Geschossfläche.

 

Die Gemeindeverwaltung wird nun die weiteren Schritte in die Wege leiten. Bereits heute kann gesagt werden, dass vorgesehen ist, den Zusatzbeitrag nicht in einer Summe, sondern verteilt auf Abschläge über mehrere Jahre einzuheben.

 

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