Ingstetten

Kirche St. Agatha in Ingstetten

Der Ort liegt im Osterbachtal und grenzt an den Waldgürtel, der den Höhenrücken zwischen Günz und Biber bedeckt. Ingstetten gehört zu den Stiftungsgütern des Klosters Roggenburg, als "Innestetten" ist es 1248 in der päpstlichen Bestätigungsbulle für das Stift genannt.


1513 wollte Roggenburg am Ort Marktrecht ausüben, was dann aber am Widerspruch der Weißenhorner, die darin einen Eingriff in ihre Privilegien sahen scheiterte. Um seinen Anspruch auf Selbständigkeit im Bereich der hohen Gerichtsbarkeit zu dokumentieren, ließ Roggenburg im gleichen Jahr bei Ingstetten einen Galgen aufrichten, der jedoch alsbald von den Weißenhornern umgelegt wurde. Der Haupträdelsführer im Bauernkrieg 1525, Jörg Ebner, stammte von Ingstetten. Er wurde am 5.April nach der Schlacht bei Leipheim enthauptet.


Bedeutende Männer hat Ingstetten der Kirche geschenkt: zwei Roggenburger Äbte, Johann Deyringer (1440-1447) und Franziskus Doser (1661-1677 sowie den letzten Abt von Obermarchtal, Friedrich Walter, dessen Schwester mit dem Weißenhorner Maler Konrad Huber verheiratet war.


Die der heiligen Agatha gewidmete heutige Filialkirche wurde 1790 vom Reichsstift Roggenburg erbaut; sie ist das Musterbeispiel einer frühklassizistischen Landkirche. Der Baumeister ist unbekannt. Deckenfresken sind bezeichnete Werke Konrad Hubers von 1791. Als Stukkatoren dürften Michael und Josef Hölzle von Kemnat gewirkt haben. Altäre und Kanzel wurden durch Benedikt Schuebauer aus Angelberg gefertigt


Die an ein Hostienwunder 1397 erinnernde St.-Ursula-Kapelle im oberen Dorf ist 1805 abgebrochen worden.

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