Der Energieausweis gewinnt an Bedeutung

Die Gemeinde Roggenburg informiert in Zusammenarbeit mit der Regionalen Energieagentur Ulm.

 

 

Änderungen bei der Energieeinsparverordnung ab 1. Mai 2014

Der Energieausweis gewinnt an Bedeutung

Höhere Standards für Neubauten - Alte Heizkessel müssen raus

 

Wer sein Haus umbaut, saniert oder sich ein Neues baut, muss energetische Vorgaben beachten. Welche das sind, regelt die Energieeinsparverordnung (EnEV). Ab dem 1. Mai 2014 gibt es nun neue Anforderungen an Neubauten, Altbauten, den Energieausweis und an betagte Heizkessel. Roland Mäckle, Geschäftsführer der Regionalen Energieagentur Ulm, fasst die zentralen Punkte zusammen.

 

Künftig ist Schluss mit Rätselraten, was die energetischen Eigenschaften eines Gebäudes betrifft. Wird ein Energieausweis für ein Gebäude neu ausgestellt, enthält er nun auch eine Einstufung in die Energieeffizienzklassen A+ bis H, ähnlich wie bei Kühlschränken und Waschmaschinen. Wer sein Haus verkauft oder vermietet, muss das Dokument ungefragt vorzeigen und den Energieausweis dem neuen Besitzer, Mieter oder Pächter zusammen mit dem Schlüssel aushändigen. In Immobilienanzeigen ist ab Mai die Angabe der Energiekenndaten Pflicht, etwa der Endenergieverbrauch in Kilowattstunden oder der Energieträger. Das gilt gleichermaßen für private wie für kommerzielle Inserate.

 

Wer eine Wertsteigerung und dadurch einen höheren Verkaufspreis seines Gebäudes erzielen möchte, saniert energetisch. Zum Beispiel steigt durch die Modernisierung der Fenster oder Dämmung der Fassade das Gebäude in der Effizienzklasse. Wer sein Haus sanieren will, muss keine neuen Bestimmungen beachten. Erneuert er mehr als zehn Prozent seiner Fenster, der Außenwand, der Decken oder des Daches muss er die Wärmeschutzanforderungen der EnEV 2009 anwenden.

 

Weitere Vorgaben die geändert wurden, spätestens 2015 muss die oberste Geschossdecke, wenn sie an unbeheizten Dachraum grenzt gedämmt sein. Wird zusätzlich der Heizkessel ersetzt, gelten weitere Bestimmungen. Und: Heizkessel-Veteranen von vor 1978 müssen in den Ruhestand, jüngere Kollegen (bis Ende 1984) fliegen nächstes Jahr raus. Alle anderen Anlagen dürfen 30 Jahre lang ihren Dienst tun. Ausgenommen von dieser Regelung sind die energieeffizienteren Brennwert- und Niedertemperaturheizkessel. Zwar sind Eigentümer, die ihr Heim seit 2002 oder früher bewohnen, von der Regel befreit. Doch der Austausch eines sehr alten Kessels lohnt sich immer, da neue Modelle ungleich wirtschaftlicher arbeiten. Nach einem Eigentümerwechsel gilt für die Erneuerung der Anlage eine Frist von zwei Jahren. Zu den Sonderreglungen berät Sie gerne Ihre Regionale Energieagentur Ulm. Nutzen Sie die Möglichkeit der kostenlosen Energieberatung in der Gemeindeverwaltung. Der nächste Beratungstermin ist der 03. Juli 2014.

 

Im Bereich Neubau kommen die Änderungen der EnEV 2014 erst ab dem 1. Januar 2016 zum tragen. Ab diesem Datum muss der Primärenergiebedarf um 25 Prozent niedriger sein als es die Anforderung der EnEV 2009 vorschreibt. Für die Wärmedämmung gilt ein um 20 Prozent verbesserter Standard gegenüber der EnEV 2009. Wer nach diesem Datum neu baut begibt sich auf die Zielgerade zum EU-Niedrigstenergiegebäudestandard. Es gilt dabei das Datum des Bauantrags. Der EU-Standard soll 2021 verbindlich sein.

 

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